Seit wir letztes Jahr beschlossen hatten, mt den Dennenloher Schloss- und Gartentagen auszusetzen, wollte ich auch einmal herausfinden, was passiert, wenn ich gar keine Werbung mehr mache – weder Straßenplakatierung noch Radio noch Print. Kommen dann immer noch Besucher nach Dennenlohe? Wieviele weniger? Was passiert, wenn die Gartentage nicht stattfinden? Verlieren wir Besucher, reichen die Eintritte noch für die Gehälter unserer Angestellten und alle Erhaltungsaufgaben?
Es war ein Risiko, aber wir wollten es wagen. Was passierte dann?
Das Bayerische Fernsehen strahlte im April den 2025 gedrehten 45-minütigen Film „Der grüne Baron und sein Garten“ aus und seitdem kommen wirklich ganz, ganz viele neue Besucher und Gartenbegeisterte in den Park. 145.000 Zuschauer haben den Film allein schon auf youtube in den ersten Wochen aufgerufen! Fast jeder Vierte oder Fünfte erzählt mir, daß er mich gerade im Fernsehen gesehen hat, wenn ich an der Kasse sitze oder in der Orangerie am Wochenende arbeite.
Und alle wundern sich, daß der grüne Baron und ich wirklich andauernd arbeiten. Am meisten freut mich dann immer, daß es wirklich allen Neubesuchern gefällt bei uns in Dennenlohe und sie wirklich glücklich und beseelt nach Hause fahren, vom Rhododendronpark schwärmen und ganz viele neue Ideen mitnehmen. Das macht uns wirklich sehr stolz!
,An den „Vier-Nicht-Gartentagen“ dieses Jahr, an denen auch teilweise echt scheußliches Wetter war, meinten sogar einige Besucher „es sei schöner im Park ohne Aussteller, weil man den Garten viel besser erkunden könnte“ – der wäre vorher mit den vielen Ausstellern gar nicht aufgefallen.
Stimmt, habe ich mir gedacht und überlege seitdem, ob es nicht besser ist, mit den Dennenloher Schloss- und Gartentagen ganz aufzuhören. Wir sind mit vielen Ausstellern alt geworden, jeder hat Nachwuchsprobleme und fast niemand findet mehr Personal, das noch am Wochenende arbeiten will. Unsere Freunde, die seit Jahrzehnten immer mithelfen, haben mittlerweile Herzschrittmacher, falsche Knie und Stents und die Kinder haben alle einen Job und können auch nicht mehr so einfach freinehmen wie zu Schul- oder Studentenzeiten.
Wir waren mit den Dennenloher Schloss- und Gartentagen die zweite Gartenmesse Deutschlands und die erste in Bayern und haben 26 Jahre jeweils wunderbare vier Tage tausende Aussteller in fast drei Jahrzehnten beherbergt – das war eine tolle Erfahrung, aber jetzt ist auch wieder Zeit für etwas Anderes.
Dieses Jahr gab es zum Beispiel die Rhododendrontage, an denen man sich wirklich auf die vielen Rhododendren und Azaleen im Botanischen Garten und im Landschaftspark konzentrieren konnte.











Und die Besucher waren glücklich! Jetzt sind gerade die ersten der 15.000 Rosen erblüht, die Taglilien beginnen mit der Blüte, die Teichrosen sind schon dabei und die Seerosen kommen auch bald. Jeden Tag entdecke sogar ich Neues im Park, die Bioland Wiesen ändern ihr Aussehen täglich und ich schaffe es jeden Abend beim Rasenmähen der Wege neue Dinge zu entdecken – und bin wirklich zufrieden, was wir geschaffen haben. Wenn man bedenkt, daß alles nur Felder und ein morastiger Schilfrand war und jetzt gibt es Berge, Inseln und Täler – da kann ich Pückler gut verstehen. Die Leidenschaft zu gestalten lässt einen nicht mehr los; es wird sogar von Jahr zu Jahr schlimmer.
Gerade hat der grüne Baron das Auto mit 12 riesigen Pflanztrögen Iris und Lilien ausgeladen und eine weitere Fuhre steht an – eine Pflanzensammlung, die wir geschenkt bekommen, weil die Besitzer sie gerne als Ganzes erhalten wollen und nicht mehr selbst pflegen können. In Dennenlohe werden sich die Pflanzen wohlfühlen und einen eigenen Gartenteil bekommen.
Jetzt muß ich nur noch klären, warum ich gerade gestern einen Grundsteuerbescheid für den Schlosspark bekommen habe, der von 3.500,- Euro auf 54.000,- Euro im Jahr gestiegen ist. Sollte der bestehen bleiben, müssen wir den Park komplett den Erdboden gleichmachen, damit er wieder Acker wird – denn 54.000 Euro kann niemand bezahlen…
Und das Finanzamt hat mitgeteilt, daß wir in deren Augen plötzlich kein Botanischer Garten mehr sind und will mehrere hunderttausend Euro Umsatzsteuer Nachzahlung, aber über diesen Bürokratie-Irrsinn mehr das nächste Mal, wenn ich meinen Ärger verarbeitet habe!
Ganz schlimm was sich Politiker, Beamte und Behörden einfallen lassen um noch mehr bei den Bürgern und Aktiven Unternehmen abzukassieren !!
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Ja, das stimmt – es ist zum Verzweifeln
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Ich hoffe von Herzen, dass das nicht passieren wird. Der Park ist ein Seelenort für mich, auch wenn ich es nicht jedes Jahr schaffe zu kommen.
Die Herren Politiker und das Finanzamt sollen sich schämen.
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