Aufregende Tage und Wochen in Dennenlohe und auf den Kykladen
Die Hunde kurzgeschoren, das Auto gepackt und los sollte es gehen nach Griechenland. Kurz vorher noch einen Trip nach Kassel und dort auf der Rückfahrt, wo ich mit Lotte und Yodine einen Ausflug zur internationalen Hundemesse Cacib gemacht hatte, um Sie auf Ihre erste Ausstellung im März vorzubereiten – erlitt ich einen Achsbruch auf der Autobahn kurz vor der Ausfahrt.
Nach 30 Jahren Airedales züchten, werden wir ja jetzt ganz ordentlich und sind dem KfT beigetreten, dem Klub für Terrier. Beide Hunde wurden bereits auf Hüftdysplasie und Ellenbogendysplasie geröntgt, die Augenuntersuchung und die Blutabnahme für die genetischen Untersuchungen und Phänotyp Beurteilung sind auch schon durch und wurden alle bestens bestanden, jetzt fehlen nur noch die beiden Ausstellungen im März und die Zuchtzulassungsprüfung – uff. Auch zwei potentielle Väter haben wir schon ausgesucht und jetzt hoffen wir, daß die beiden nicht vor der Zuchtzulassungsprüfung läufig werden, denn sonst geht mein ganzer schöner Plan für diesen Sommer nicht auf. Der Plan waren nämlich süße kleine wilde Schnuckelwelpen im Juni 🙂 – denn Fira ist schon fast 3 und erwachsen geworden.

Also, um zum Achsbruch zurückzukommen, ich habe es gerade mit dem Wohnmobil noch zur Werkstatt nach Ansbach geschafft und dann ging der Stress los. Wir hatten ja seit Monaten nur noch das Wohnmobil, da der Viano bei einem Unfall gecrasht worden und ein neues Auto erst für April bestellt war. Aber nun musste schnell etwas Neues her, denn wir hatten Bautermine mit Handwerkern in Griechenland und wir können ja immer nur zu ganz bestimmten Zeiten weg, wenn es richtig winterlich ist und sich jemand um die Pferde, Hühner und Katzen kümmert.
Samstag konnten wir das neue Auto holen und Sonntag ging es dann schon los, eine Woche zu spät, aber gerade noch rechtzeitig. Wie immer über Bari nach Igoumenitsa weiter nach Athen und dann nach Ios, unserer absoluten Trauminsel mitten in den Kykladen und gerade aktuell besonders im Gespräch wegen den Erdkrustenverschiebungen und dadurch verbundenen Erbeben auf der Nachbarinsel Santorin. Aber nicht nur dort, sondern auf der ganzen Welt rumort es aktuell zweigt die Erdbeben App…

Wir sind also seit 2 Wochen mittendrin im Erdbebengeschehen und bei Beben über 4,5 spürt man ein minimales Schwanken des Hauses, wie bei einem leichte Wellengang auf dem Schiff. Ansonsten spürt man Nichts von den hunderten kleinen Beben der letzten Wochen und nachdem wir auf über 30m Höhe sind, muß man auch vor einem eventuellen Tsunami keine Angst haben. Es gibt eine tolle App „earthquake“, die einem immer zeitverzögert nach dem Beben anzeigt, wie stark es gerade war. Dann kann man vorher selbst raten, wie stark das Beben war. Unter 3 sind die Beben nicht spürbar, 3-4 merkt man ganz leicht, bei 4-5 wackelt alles ein bisschen, bei 5-6 können Holzhütten einstürzen, hier ist jedoch alles Erdbebensicher gebaut, daher passiert unter 7 in der Regel nichts.
1956 war das stärkste Beben Griechenlands mit Magnituden von 7,1 – dem Hundertfachen der aktuellen stärksten Erdstöße, das aber hier auf Ios keine Schäden anrichtete, sondern nur in Santorin – dort stürzte viele Häuser ein. Während ich hier schreibe, hatten wir das erste Beben mit 5,2, bei dem sogar die Hunde kurz aufgewacht sind. Wollen wir hoffen, daß sich alles bald wieder abkühlt.



Der grüne Baron ist währenddessen in seine Lektüre des Untergangs der minoischen Kultur – vermutlich durch einen Vulkanausbruch auf Santorin um 1628 vor Christi – vertieft, während ich den neuen Jahresflyer für Dennenlohe Korrektur lese, den Plan für die diesjährige Gartenbuchpreisverleihung erstelle, den Erschütterungen lausche und nebenbei lerne, daß die Datierung der früheren Vulkanausbrüche durch ausgrabende Baumringe von alten Kiefern aus einem Torfmoor in Schweden und Eisbohrkernen aus Grönland stattgefunden hat. Allerdings ist man sich nicht sicher, ob es Ausbrüche von Santorin, vom Vesuv, dem Mount St. Helena oder dem Mount Aniakchak in Alaska waren oder von allen relativ nah zusammen. Aber schon wieder sind es Pflanzen, die uns zeigen, wie die Welt früher war… Hoffen wir, daß der Gärtner diesmal verschont bleibt, er wird in Dennenlohe schon sehnlichst erwartet und gebraucht!
